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Linke

10 Jahre RSB: Widerstand statt Anpassung!

Von Heinrich Neuhaus | 01.11.2004

Vor 10 Jahren, im Herbst 1994, gründeten wir den Revolutionär Sozialistischen Bund/IV. Internationale (RSB) in Mannheim. Mit der Vereinigung dreier Gruppierungen aus der IV. Internationale und ihrem Umfeld wollten wir den politischen und organisatorischen Niedergang des revolutionären Sozialismus in der Bundesrepublik stoppen.

Vor 10 Jahren, im Herbst 1994, gründeten wir den Revolutionär Sozialistischen Bund/IV. Internationale (RSB) in Mannheim. Mit der Vereinigung dreier Gruppierungen aus der IV. Internationale und ihrem Umfeld wollten wir den politischen und organisatorischen Niedergang des revolutionären Sozialismus in der Bundesrepublik stoppen.

Fünf Jahre nach der “Wende” in der DDR, fast zwölf Jahre nach dem Beginn von Kohls Kanzlerschaft, mitten in einer tiefen Krise der Linken sich als Revolutionär Sozialistischer Bund zu konstituieren, das entsprach absolut nicht dem Zeitgeist. Die radikale Linke war entweder mit sich selbst und dem Versuch beschäftigt, die Bedeutung der deutschen “Wiedervereinigung” zu begreifen, oder sie orientierte sich auf den “neuen Hoffnungsträger” PDS.
Wir setzten auf einen anderen Weg. Wir glaubten nicht an eine kurzfristige Veränderung des politischen Klimas zugunsten der arbeitenden Klasse. Dazu hatten wir uns zu intensiv mit der Entwicklung der Weltlage beschäftigt.

Aktualität der sozialen Frage

Die “Programmatische [Gründungs-]Erklärung des Revolutionär Sozialistischen Bundes” ging 1994 von einer neuen Aktualität der sozialen Frage aus.
Unter anderem heißt es darin: “Weltweit wächst die soziale Ungleichheit… Eine nähere Betrachtung der Widersprüche des Kapitalismus… lässt bedrohliche Entwicklungstendenzen erkennen. Die Angriffe der bürgerlichen Politik auf die Existenzbedingungen, die politischen Rechte und sozialen Errungenschaften der arbeitenden Klasse sind bisher ohne einheitliche Gegenwehr geblieben… Deshalb kritisieren wir die ‚Realpolitik’, die Illusionen in den Parlamentarismus und jede Art von Stellvertreterpolitik schürt. Deshalb liegt der Schwerpunkt unserer Aktivitäten in den außerparlamentarischen Kämpfen. Nur hier kann die Kraft entstehen, die in der Lage ist, wirksame Gegenwehr zu organisieren. Warten wir nicht auf bessere Zeiten!”
Diese Sätze haben sich leider mehr bestätigt, als es uns lieb war. Dennoch konnten wir gemeinsam mit anderen den Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung stärken – hier im Lande und mit der IV. Internationale in anderen Erdteilen.

“Seien wir realistisch…”

Natürlich hat der RSB auch heute noch nicht alle Kinderkrankheiten überwunden. Aber 10 Jahre gemeinsamer Praxis haben unsere Organisation geprägt.
Sie hat sich in unserem aktiven Beitrag zum Aufbau sozialer Bewegungen niedergeschlagen – von den “Europäischen Märschen gegen Erwerbslosigkeit” bis hin zu den heutigen Montagsdemonstrationen. Neben unserer Unterstützung für betriebliche und gewerkschaftliche Abwehrkämpfe haben wir uns mit der internationalen Gegenwehr gegen den globalen Kapitalismus solidarisiert: angefangen bei den Massenprotesten in Frankreich 1995 bis hin zum Widerstand auf den Philippinen.
Der RSB ist Teil des Kampfes gegen Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus. Wir mischen uns ein gegen Frauenunterdrückung. Wir wehren uns gegen Umweltzerstörung. Alles das aufgrund unserer bescheidenen Kräfte bisher leider nur wenig koordiniert.
Wir haben in 10 Jahren die Nützlichkeit einer kleinen, engagierten Organisation unter Beweis gestellt. Wir können deshalb mit Zuversicht den nächsten 10 Jahren entgegensehen. Denn immer noch gilt: “Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!”

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