Hitzesommer 2018: Und die Konsequenzen?

Erzgebigshang, Dürre 2018 Foto: Dieter Heinrich, Erzgebigshang, Dürre 2018, CC-BY-NC-ND 2.0"

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Klimawandel

Hitzesommer 2018: Und die Konsequenzen?

Von Paul M. | 13. August 2018

 

Der Klimawandel ist nicht länger weit weg, in Afrika, in New Orleans, Griechenland oder vielleicht auch Spanien. Seit Mitte Juli ist das auch in unseren Breitengraden spürbar. In Skandinavien misst man Rekordtemperaturen, die in Schweden Waldbrände ausgelöst haben wie sie das Land noch nicht erlebt hat. Im Juli begann in der BRD die erste richtig lange Hitzewelle des Jahres 2018. Teilweise stiegen die Temperaturen auf fast 40 Grad – mit allen Folgen: Dürre auf den Feldern, Waldbrände, Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Die Bauern erleiden infolge lang andauernder Trockenheit zum Teil dramatische Ernteausfälle. Klimaforscher sind sich einig darüber, dass es sich um Folgen des Klimawandels handelt.

Das seltsame aber ist: Je offenkundiger die Folgen des Klimawandels unser Leben beeinflussen, desto weniger ist das Thema in der veröffentlichten Meinung oder in der Politik. Unter Klimaforscher*innen ist es unumstritten, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Jedermann und jede frau weiß, dass der Ausstoß von CO2 in die Atmosphäre die wichtigste Ursache des Klimawandels ist. Klimaforscher*innen gehen davon aus, dass Heißzeiten wie wir sie jetzt erleben in Zukunft eher die Regel als die Ausnahme sein werden. Wissenschaftler*innen aus europäischen, nordamerikanischen und australischen Forschungseinrichtungen gehen davon aus, dass Angesichts der Gefahr von „Kippeffekten“ beim Klima die in Paris vereinbarten Klimaziele nicht ausreichen. Bezeichnenderweise ist dieser Bericht in den deutschen „Leitmedien“ und in den etablierten Parteien kaum ein Thema. Kein Wunder! Den tragenden Kräften unsrer wirtschaftskonformen Demokratie ist das ein Nicht-Thema. Kapital und Politik sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass weiter nahezu ungebremst CO2 in die Atmosphäre geblasen wird. Sie wünschen sich ein „Weiter so“ ein „business-as- usual“, weil das die Grundlage ihres Geschäftsmodells ist.

Bei der einstmals hochgepriesenen deutschen Energiewende hat  die Kanzlerin auf Wunsch der Energiekonzerne längst den Rückwärtsgang eingelegt. Statt schnellstens die vorhandenen Braunkohlekraftwerke außer Betrieb zunehmen, wird eine neue Generation von Dreckschleudern in Betrieb genommen. Was die Autoindustrie betrifft, die für über 20 Prozent des CO2 Ausstoßes in Deutschland verantwortlich zeichnet, agierten die Bundesregierungen der letzten  Jahrzehnte als Schutzpatroninnen der Interessen der Autoindustrie. Merkel und Schröder intervenierten wiederholt erfolgreich in Brüssel, um Maßnahmen für strengere CO2 Auflagen für Autos abzuwehren. Das Ergebnis: Der Verkehrssektor  der einzige Sektor, in dem die Treibhausgasemissionen sogar noch weiter steigen! Dabei ist allgemein bekannt, dass beim Reisen mit der Bahn der CO2 Ausstoß pro Person erheblich niedriger ist als bei der Fahrt mit dem PKW. Die Verlagerung von Verkehr von der Straße auf die Schiene ist ein Thema für Sonntagsreden, in der Praxis tun die Bundesregierungen das Gegenteil. Als die Bundessregierung offiziell einräumen musste, dass sie die von ihr selbst gesetzten Klimaziele krachend verfehlt hatte, war das kein Anlass zum Überdenken der eigenen Untätigkeit. Es wurde schulterzuckend zur Kenntnis genommen und zur Tagesordnung übergegangen.

Höchste Zeit für Energie- und Verkehrswende!

Alternativen sind machbar. Initiativen wie „Bahn für Alle“ haben längst Konzepte dafür entwickelt, wie eine Verkehrswende von der Straße auf die Schiene, von Privat auf Öffentlich gehen könnte. In unserem  Nachbarland Schweiz – in dem die Autoindustrie keine Rolle spielt – ist zu besichtigen, wie das gehen kann. Es fehlt also nicht an Konzepten und Vorbildern. Es fehlt am politischen Willen.  Wenn wir uns darauf verlassen, dass die herrschende neoliberale Einheitspartei CDU/CSU/SPD/FDP/ Grüne oder gar die AfD es für uns richtet, sind wir verlassen.

Eine Energiewende bei der Stromerzeugung und eine Verkehrswende für eine Mobilität, die nicht den Globus zugrunde richtet, sind zwei wichtige Antworten auf den Klimawandel. Aber die großen vier Stromkonzerne wollen weiterhin ungestört Gewinn machen, indem sie aus ihren Steinkohle- und Braunkohlekraftwerken CO2 in die Umwelt blasen, und die Autokonzerne wollen weiterhin möglichst viele CO2- spuckende Ungetüme über die Straßen rollen sehen, weil sich damit die höchsten Profite machen lassen.

Es ist höchste Zeit für eine breite Massenbewegung für Klimaschutz  – gegen die Klimakiller in Politik und Wirtschaft.

Systemwandel statt Klimawandel!

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