Konsequent gegen Kriegsdienst!
Ab 1. Januar 2026 gilt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz. Alle 18-Jährigen erhalten seitdem einen Fragebogen, um die „Eignung und Motivation für den Wehrdienst bei der Bundeswehr“ zu ermitteln. Die Männer müssen den Fragebogen beantworten, für Frauen ist die Beantwortung freiwillig.
Auch die Wehrerfassung, also die Registrierung aller Wehrdienstfähigen, wird wieder eingeführt. Ab 1. Juli 2027 beginnt verpflichtend die Musterung von Männern der Jahrgänge 2008.
Die Bundeswehr rührt jetzt die Werbetrommel. Für das erste Quartal 2026 sind mindestens 144 Besuche an Schulen geplant. Die als „Karriereberater“ bezeichneten Soldat:innen sollen neue Rekrut:innen unter Jugendlichen ab der 8. Klasse gewinnen. Hinzu kommen 170 Werbeauftritte bei Job- und Ausbildungsmessen.
Für Profite sterben?
Die Herrschenden fordern wieder, dass sich junge Menschen in Reih und Glied einordnen. Sie sollen endlich auch einmal etwas für die Gesellschaft tun. Zum Beispiel Kriegsdienst ableisten und „ihr“ Land verteidigen. Was faktisch bedeutet: Bereit zu sein, für die Profite des Kapitals zu sterben.
Wir hören immer wieder dieselben Sätze: Heimat, Staat und Bürger werden zu einem untrennbaren Ganzen verklärt, ein Relikt aus dunkelsten Zeiten. Im Krieg aber erleben wir diese Ineinssetzung tagtäglich. Das ist die Idee eines homogenen Volkes, in dem es keine Klassengegensätze gibt.
Doch wer zum Militär geht und zum Kanonenfutter wird, ist eine Klassenfrage. Junge Menschen aus prekären Verhältnissen werden gelockt mit überdurchschnittlicher Vergütung und einer Perspektive für sozialen Aufstieg. Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen in Familien auf, die auf Sozialleistungen angewiesen und deren Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe entsprechend eingeschränkt sind.
Nicht mit uns!
Der Bildungsbereich von der Kita bis zur Universität ist unterfinanziert, Schulen sind marode, die Klassen zu groß. Die Gesundheitsversorgung verschlechtert sich. Die unzureichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimazerstörung werden wieder zurückgenommen. An jungen Menschen wird gespart, aber zum Sterben sind sie gut.
Da kann es nur heißen: Nein, nicht mit uns!
Wie das laufen kann? Allein machen sie dich ein! Es gibt Beispiele für erfolgreiche kollektive Gegenwehr gegen derartige Zumutungen.
So versuchte die Bundesregierung in den 1980er Jahren, im Rahmen einer Volkszählung die gesamte Bevölkerung zum Ausfüllen eines Fragebogens zu zwingen. Viele zweifelten am Nutzen dieser Totalerhebung und befürchteten den Missbrauch der gesammelten Daten. Es formierte sich massiver Widerstand, der letztlich dazu führte, dass die Zählung ausgesetzt werden musste.
- Nein zur Erfassung, nein zur Musterung, nein zum Kriegsdienst!
- Gemeinsam gegen Musterung und Wehrpflicht!
- Gegen Zwang, Gehorsam und Kriegstüchtigkeit!
- Soziale Sicherheit statt Hochrüstung!
_____
Was tun mit dem Fragebogen?
Angebote für eine persönliche Beratung gibt es in vielen Städten, z.B. von der DFG/VK, der Partei Die Linke oder von Linksjugend [‘solid]