Konsequent gegen Kriegsdienst!
Ab dem 1. Januar 2026 gilt das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz. Alle 18-Jährigen erhalten seitdem einen Fragebogen, um die „Eignung und Motivation für den Wehrdienst bei der Bundeswehr“ zu ermitteln. Auch die Wehrerfassung, also die Registrierung aller Wehrdienstfähigen, wird ab dem 1. Juli 2027 wieder eingeführt.
Die Bundeswehr rührt jetzt die Werbetrommel. Mehr denn je versuchen sie an Schulen und Ausbildungsmessen junge Menschen vom Kriegsdienst zu überzeugen.
Für Profite sterben?
Angeblich soll die Bundeswehr „unsere Demokratie verteidigen“. Wie eine ernstgemeinte demokratische Selbstverteidigung aussehen könnte, können wir uns zum Beispiel in Rojava ansehen. Doch darum geht es hier offensichtlich nicht, schon seit Jahrzehnten werden deutsche Soldat:innen in imperialistischen Kriegen eingesetzt, um gemeinsam mit der NATO die geopolitischen Interessen deutscher und internationaler Konzerne zu sichern.
Die jetzige, von Rechtsextremisten unterwanderte Berufsarmee und der kommende Zwangsdienst dienen demselben Zweck. Die Änderung kommt nur, weil sich für die kriegerischen Ambitionen nicht genug Freiwillige finden. Gerade weil wir die existierende Kriegsmaschine ablehnen, wollen wir sie nicht mit noch mehr Menschen füttern.
Wer zum Militär geht und zum Kanonenfutter wird, ist eine Klassenfrage. Junge Menschen aus prekären Verhältnissen werden mit überdurchschnittlicher Vergütung und einer Perspektive für sozialen Aufstieg gelockt. Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen in Familien auf, die auf Sozialleistungen angewiesen und deren Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe entsprechend eingeschränkt sind.
Nicht mit uns!
Der Bildungsbereich von der Kita bis zur Universität ist unterfinanziert, Schulen sind marode, die Klassen zu groß. Die Gesundheitsversorgung verschlechtert sich. Die unzureichenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimazerstörung werden wieder zurückgenommen. An jungen Menschen wird gespart, aber zum Sterben sind sie gut.
Da kann es nur heißen: Nein, nicht mit uns!
Wie das laufen kann? Durch massenhafte Verweigerung. Es gibt Beispiele für erfolgreiche kollektive Gegenwehr gegen derartige Zumutungen.
So versuchte die Bundesregierung in den 1980er Jahren, im Rahmen einer Volkszählung die gesamte Bevölkerung zum Ausfüllen eines Fragebogens zu zwingen. Viele zweifelten am Nutzen dieser Totalerhebung und befürchteten den Missbrauch der gesammelten Daten. Es formierte sich massiver Widerstand, der letztlich dazu führte, dass die Zählung ausgesetzt werden musste.
- Nein zur Erfassung, nein zur Musterung, nein zum Kriegsdienst!
- Gemeinsam gegen Musterung und Wehrpflicht!
- Gegen Zwang, Gehorsam und Kriegstüchtigkeit!
- Soziale Sicherheit statt Hochrüstung!
Was tun mit dem Fragebogen?
Angebote für eine persönliche Beratung gibt es in vielen Städten, z. B. von der DFG/VK, der Partei Die Linke oder von Linksjugend [‘solid].