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Ergebnis der Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder

Etwas Licht – viel Schatten

Von Helmut Born | 16.02.2026

Nach über drei Tagen Verhandlungen ist am frühen Morgen des Samstag, 14. Februar, das Verhandlungsergebnis in der Tarifrunde der Länder bekannt gegeben worden. Als Ziel dieser Tarifrunde galt immer, dass das Ergebnis der Tarifrunde im letzten Jahr bei Bund und Kommunen auch für die Länder erreicht wird. Davon abgesehen, dass dieses Ergebnis in weiten Teilen der Mitgliedschaft im letzten Jahr abgelehnt worden war, ist dieses Ergebnis bei der Erhöhung der Löhne und vor allem bei der Länge der Laufzeit genauso schlecht wie der Abschluss im letzten Jahr.

Zuerst möchte ich allerdings zu den Lichtblicken bei diesem Ergebnis kommen. Dazu gehören die Anhebungen der Schichtzulagen, die deutlich erhöht werden.

Die einfache Schichtdienstzulage wird von 40 auf 100 € und die Wechselschichtzulage von 100 auf 200 € erhöht, in den Krankenhäusern von 150 auf 250 €.

Zu den positiven Aspekten muss auch gezählt werden, dass für die Beschäftigten im Osten der gleiche Kündigungsschutz wie im Westen erreicht worden ist und dass die Arbeitszeit in den drei Unikliniken im Osten schrittweise, jeweils um eine halbe Stunde, von 40 Stunden auf die im Westen gültige tarifliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden abgesenkt wird.

Für Auszubildende wird die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung wieder erreicht.

Da aber ein schlechter Lohnabschluss zum Vorbild genommen wurde, kann das Ergebnis höchstens schöngeredet werden. Das ist von den gewerkschaftlichen Verhandlungsführer:innen, ganz gleich ob von ver.di oder dem Beamtenbund, auch gemacht worden.

Aber das wird nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Ergebnis enttäuschend ist. Auf die Laufzeit gerechnet, die mit 27 Monaten wieder viel zu lang ist, werden gerade einmal 2 Prozent erreicht.

Hier noch einige weitere Einzelheiten des Abschlusses:

  • 2,8 % ab 1. April 26, das bedeutet vier Monate ohne Erhöhung;
  • 2 % ab 1. März 2027;
  • 1 % ab 1. Januar 2028;
  • Mindestlohnerhöhung am 1. April 2026 in Höhe von 100 €;
  • Azubis bekommen in drei Schritten insgesamt 150 € mehr.

Als besonders peinlich empfinde ich die einprozentige Erhöhung im letzten Monat dieses Tarifvertrags. Das wird mit Sicherheit bei der nächsten Tarifrunde, die am 1. Februar 2028 beginnen wird, zu einer Auseinandersetzung führen; die „Arbeitgeber“ können behaupten, es habe ja schon eine Erhöhung gegeben und gebe nicht mehr viel zu verhandeln. Es wäre logischer gewesen, wenn diese Erhöhung für die letzten drei Monate der Laufzeit, also ab dem 1. November 2027 gegolten hätte.

Mit diesem Ergebnis wird einmal mehr deutlich, dass es mit der Politik der Sozialpartnerschaft und mit Rücksicht auf die Bundesregierung und „die Wirtschaft“ nicht möglich ist, beschlossene gewerkschaftliche Positionen auch durchzusetzen. Dazu braucht es eine strikte Orientierung auf die Interessen der Beschäftigten und damit hin zu einer klassenkämpferischen Gewerkschaftspolitik.


15. Februar 2026

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