Vom 18. bis 23. August 2017 gibt es wieder die Degrowth Sommerschule im Rahmen des Klimacamps im Rheinland. Dieses Jahr vermutlich in der Nähe des des Tagebau Garzweiler. Mehr Informationen findet ihr hier.

Die Internationale Sozialistische Organisation (ISO) empfiehlt euch u.a. folgende Veranstaltungen der Sommerschule:

Kurs „Transformatives Organizing“ – 7 Bausteine, 10 Rollen, 16 Fähigkeiten, um die Welt zu verändern

mit Violetta Bock und Michael Heldt, OKG Kassel
Organisiert von OKG Kassel
Sonntag, 20. August bis Mittwoch, 23. August von 10:00 bis 12:30

In dem Kurs wollen wir beispielhaft Rollen und Fähigkeiten aus dem von uns übersetzten Buch „Transformatives Organizing“ anwenden. Wir haben es übersetzt, weil es uns bei unserer Praxis im Stadtteil und im Betrieb viel geholfen, inspiriert und ermutigt hat. Für uns inzwischen ein Muss im Werkzeugkasten für alle, die den Kapitalismus überwinden wollen. Dies würden wir gerne teilen.

Der Autor Eric Mann blickt systematisch auf seinen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz als Organizer in den USA und den seiner Vorbilder zurück: aus der Bewegung für Bürgerrechte, der Gewerkschaftsarbeit, den Kämpfen für soziale, ökonomische Verbesserungen und gegen die Abwälzung der Folgen der Klimakatastrophe, bis hin zu den Rechten der LGBTQ.

Durch einprägsame, konkrete Erzählungen und eine klaren Strukturierung ermöglicht es jetzt aktiv zu werden und vermittelt Fähigkeiten, die wir brauchen, um die gesellschaftlichen Verhältnisse zum Tanzen zu bringen. Es ist ein Plädoyer, aus den Erfahrungen internationaler Bewegungen zu lernen und im hier und jetzt anzuwenden. Er arbeitet in dem Buch 7 Bausteine des „transformativen Organizing“ heraus, sowie 10 Rollen und 16 Fähigkeiten, die sich für erfolgreiche Organisierung von unten und gegen das System in erfolgreichen Bewegungen bewährt haben.Im Kurs wollen wir das Prinzip des transformativen Organizing als systemverändernde Kraft herausarbeiten und einzelne Rollen, die für Weltveränderer*innen damit einhergehen, identifizieren, uns darüber austauschen und vor Ort proben, um sie in den Alltag übersetzen zu können.

Wie verbinden wir konkrete Anliegen im Alltag mit der großen Systemfrage? Wie gewinnen wir neue Mitstreiter*innen, gerade unter denjenigen, die am meisten unter diesem System leiden? Wie schaffen wir uns eine lokal verankerte Basis, die international vernetzt ist?

Methoden:
Gemeinsames Lesen einzelner Ausschnitte und Inputs, sowie direkte Anwendung durch Erfahrungsaustausch, Rollenspiele und Aufgaben.
Kein Vorwissen nötig.

Originaltitel des Buches: „Playbook for Progressives. 16 Qualities of the successful organizer“ von Eric Mann

Workshop „Ökosozialistische Bewegung in den USA heute“ mit Dianne Feeley, Solidarity (USA)

Sonntag, 20. August von 15:00 bis 17:30 Uhr.

Standing Rock ist in aller Munde. Doch wer spricht über die Umweltverschmutzung in den gro-ßen Städten wie Detroit? Dianne Feeley zeigt die Zusammenhänge zwischen ökologischen Ver-heerungen in den Reservaten der indigenen Völker und in den Vierteln der benachteiligten Be-völkerung der Großstädte auf. Sie spricht über „environmental racism“ und berichtet über die Widerstandskämpfe und darüber, wie sie sich seit Trumps Regierungsantritt entwickelt haben.

Dianne lebt in der Großstadt Detroit, die schwer unter dem Niedergang der Automobilindustrie zu leiden hatte (Konkurs von General Motors 2009) und im Juli 2013 Bankrott anmelden muss-te. Dianne war früher in der Automobilindustrie tätig und ist weiter im Local 22 der Gewerk-schaft „United Autoworkers“ (UAW) aktiv. Sie arbeitet außerdem in der Bewegung „la-bor4sustainability“ und in der „Ecosocialist Working Group“ der sozialistischen, feministischen und antirassistischen Organisation Solidarity mit. Sie ist Redakteurin der Zeitschrift Against the Current und schreibt außerdem u. a. für die Internet-Publikationen jacobin und International Viewpoint.

Sie ist in zahlreichen sozialen Bewegungen aktiv dabei, zuletzt bei verschiedenen Mobilisierun-gen gegen die Politik des Präsidenten der Erdöl- und Kohleindustrie-, der Manager und Millionä-re, Militärs, Rüstungsindustrie und Rassisten.

Workshop „ver.di-Studie zum sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung“

mit Henning Brust, ver.di-Sekretär Fachbereich Ver- und Entsorgung, Düsseldorf, und Bea Sassermann, Gewerkschafter*innen für Klimaschutz
Organisiert von: Gewerkschafter*innen für Klimaschutz
Montag, 21. August von 10:00 bis 12:30 Uhr.

Im März 2016 hat der Gewerkschaftsrat von ver.di den schnellst möglichen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung beschlossen. Da ver.di viele Mitglieder auch in den Steinkohlekraftwerken hat, gab sie eine Studie in Auftrag, der den gesamten Bereich für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung erfassen sollte. Die Ergebnisse sollen in dem Workshop vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden.

Workshop „Zeit, Beschleunigung, Klimawandel, Entschleunigung – warum wir viel langsamer werden müssen!“

mit Klaus Engert
Organisiert von: AG Ökosozialismus der ISO
Montag, 21. August von 10:00 bis 12:30 Uhr:

In den letzten 200 Jahren hat es überall eine ungeheure Beschleunigung gegeben und dies tut uns und unseren Planeten nicht gut. Ist es zwangsläufig dazu gekommen? Was hat diesen Prozess in Gang gebracht hat, wohin führt er uns, und wie können wir ihn umkehren? Dies wird diskutiert und es werden individuelle und kollektive „Entschleunigungswege“ erarbeitet. Dr. Klaus Engert, Arzt, Gesundheitswissenschaftler und Umweltaktivist, ist Journalist und Buchautor („Ökosozialismus – das geht“)

Workshop „Warum Ökosozialismus?“

mit Marijke Colle, Belgien (LCR-SAP, Internationales Komitee und Ökologie-Kommission der Vierten Internationale)
Organisiert von: AG Ökosozialismus der ISO
Mittwoch, 23. August von 10:00 bis 12:30 Uhr.

Ursache sowohl der ökologischen als auch der ökonomischen Krise ist der Kapitalismus. Die ökosozialistische Alternative steht für eine Gesellschaft, die auf Respekt für die Natur und die Menschen beruht. Die möglichen Alternativen werden durch die Beschränkungen bestimmt, die sich aus der ökologischen Krise ergeben. Die materielle Produktion muss limitiert werden und muss berücksichtigen, dass es die globale Erwärmung gibt und dass die Gefahr der Zerstörung von ganzen Ökosystemen besteht. Nötig ist etwas ganz anderes als „ökologische Marktwirtschaft“, ist mehr als eine vage „ökosoziale Transformation“, nötig ist eine bewusste ökosozialistische Umwälzung der bestehenden Verhältnisse, nötig sind eine ökosozialistische Revolution und eine neue Zivilisation. Grundlagen einer ökosozialistischen Gesellschaft müssen soziale Gerechtigkeit und Respekt für die Natur sein.