Alles fein im Merkel-Land? Die deutschen Medien haben sich schon voll auf den Bundestagswahlkampf eingeschossen. Aber möglichst unpolitisch und unkritisch. Haben sich Merkel und Seehofer versöhnt? Sieht die FDP nicht frisch aus? Aber auch: Kann Trump richtig schreiben? Das alles überdeckt z.B. die verheerende Situation der Geflüchteten, die Abschiebungen, den Krieg in Syrien, die anhaltende rechte Gewalt. Aber auch die geplante Privatisierung der Autobahnen oder den Rechtsruck in Europa.

Der fast lückenlose Überwachungsapparat soll nach dem Willen der SPD durch flächendeckende Videoüberwachung noch weiter ausgebaut werden. Polizei und Geheimdienste bekommen mehr Rechte, zeitgleich bleibt ihre Verstrickung in die NSU-Morde ungeklärt. Wo soziale Ungleichheit wächst, muss die Repression anziehen. Das wissen auch die Mächtigen. Der zunehmende Abbau demokratischer Rechte zeigt deutlich, dass demokratische Willensäußerungen außerhalb von Wahlen unerwünscht sind. Doch trotz allem gibt es auch Gegenwehr. Der mutige Einsatz hunderter Berufsschüler*innen gegen die Abschiebung ihres aus Afghanistan stammenden Kollegen Asef und die massive Gewalt der Nürnberger Polizei zum Beispiel.

Von der kämpferischen Stimmung könnte mensch sich ein wenig anstecken lassen. Wirft sie doch immer wieder die Frage auf: Wie können wir die Welt tatsächlich verändern? Wie können Kämpfe und Proteste international vernetzt werden? Was können wir von den Erfahrungen in Theorie und Praxis lernen, die in den verschiedenen Ländern gemacht werden?

Die Jugendlichen in und um die IV. Internationale organisieren seit mittlerweile über dreißig Jahren ein internationales Camp. Auf diesem Camp wollen wir diese Fragen diskutieren. Dieses Jahr findet es vom 23. bis 29. Juli 2017 bei Otranto in Italien statt.

Auf dem Camp wird 2017 Selbstorganisation ein zentrales Thema sein und welche Rolle sie in unseren Kämpfen spielen sollte. Wie erkämpfen wir selbstverwaltete Räume? Welche Strukturen können wir von unten aufbauen? Es wird die Möglichkeit geben, einen selbstverwalteten Agrarbetrieb zu besuchen.

Ni una menos, eine internationale feministische Bewegung in Lateinamerika wird ebenfalls Thema auf dem Camp sein. Diese Bewegung hat auch Einfluss auf die Kämpfe in anderen Teilen der Welt gehabt und wir wollen diskutieren, was wir davon für unsere eigenen Kämpfe lernen können.

Eine Woche lang werden im Sommer etwa 500 junge Menschen aus mindestens 18 Ländern Europas (von Russland bis Portugal, von Schweden bis Griechenland), aber auch aus Ägypten und den Philippinen zusammenkommen, sich austauschen und miteinander diskutieren. Kurz: Sie werden Menschen aus anderen Ländern kennenlernen, den Campalltag in Selbstverwaltung mitbestimmen, gemeinsam feiern und lernen, die Welt zuverändern!

Die IV. Internationale ist ein Zusammenschluss revolutionärer Organisationen,die in über 50 Ländern für die Überwindung der kapitalistischen Gesellschaftkämpfen.

Wir wollen eine freie und selbstverwaltete sozialistische Demokratie und zwar weltweit. Wir wissen aber, dass wir das nicht allein erreichen können.Deshalb versuchen wir am Aufbau linker, antikapitalistischer Strömungenmitzuwirken, um die innerlinken Spaltungen zu überwinden.

Programm

Das Camp ist in Thementage/Themenblöcke eingeteilt. Es bietet eine großartige Gelgenheit sich Schritt für Schritt über die Situation in den verschiedenen Ländern auszutauschen und über die Kämpfe vor Ort zu sprechen. Steckt der Kapitalismus in der Krise? Was macht die wirtschaftliche Krise aus, was die ökologische? Gibt es immer noch eine Arbeiter*innenklasse und wenn ja, wie sieht sie heute aus? Was heißt Imperialismus heute? Und vor welche Herausforderungen stellt uns all das?

Der Imperialismus im Nahen Osten und seine Folgen in Form eines Stroms von refugees wird ein wichtiges Thema sein. Dazu wollen wir nicht nur die Situation in den verschiedenen Ländern und die Gefahr der radikalen Rechten diskutieren, sondern vor allem die konkreten Bewegungen und Kämpfe, die es in den verschiedenen Ländern gibt.

Die patriarchale Unterdrückung und die Kämpfe dagegen – wie z.B. gegen Feminizid und Gewalt – wird ein weiteres wichtiges Thema sein. Wie kann heute ein revolutionärer Feminismus aussehen? Auch der Kampf gegen die Unterdrückung von LGBTI* und die Überwindung einer normierten sexuellen Identität wird eine wichtige Rolle spielen.

Die ökologische Krise wird ebenfalls ein Thema sein. Wir wollen diskutieren, welche Auswirkungen sie hat, wie wir in ökologische Kämpfe intervenieren können und wie wir eine zukünftige Gesellschaft nach ökologischen Kriterien aufbauen können.

Zum Ende wird es auch um die Revolution gehen: Wie kommen wir da hin? Wird eine Revolution heute überhaupt noch so aussehen wie vor 100 Jahren? Welche Rolle hat die arbeitende Bevölkerung? Wie wollen wir uns organisieren?

Ein detailliertes Programm, auch mit geplanten Workshops, gib es demnächt online. Die Adressen findest Du unten.

Die harten Fakten

Wann: 23. Juli – 29. Juli 2017
Wo: Otranto, in Apulien in Süditalien

Kosten: Die Kosten sind für TeilnehmerInnen aus Deutschland mit 100 € für Übernachtung und Verpflegung eher hoch. Der Preis für das Camp wird je nach durchschnittlichem Einkommen in den jeweiligen Ländern errechnet. Die höheren Preise in reicheren Ländern ermöglichen Jugendlichen aus ärmeren Ländern die Teilnahme. Falls du dir den Betrag nicht leisten kannst, wende Dich bitte an uns, wir finden eine Lösung.

An-, Abreise: Wir werden eine möglichst kostengünstige gemeinsame Reise organisieren

Möchtest Du teilnehmen oder hast noch Fragen?
Mail an: gro.z1506429362osret1506429362ni@pm1506429362acrem1506429362mos1506429362
oder schau vorbei auf
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