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Die kapitalistische Krise und was wir ihr entgegensetzen

Abschnitt III: Sozialismus als Krisenlösung

Von Jakob Schäfer/Guenther Sandleben | 2. Dezember 2009

„Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen […] die Eigentumsverhältnisse. Es genügt, die Handelskrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt […]“ (Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4, S. 467f)

12) Sozialismus als die Krisenlösung
„Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen […] die Eigentumsverhältnisse. Es genügt, die Handelskrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre – die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt […]“ (Manifest der Kommunistischen Partei, MEW 4, S. 467f)

a) Die Krise als die Zuspitzung des Widerspruchs von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen
Unsere Analyse der Krise zeigte, dass die jetzigen Einrichtungen der Gesellschaft in ökonomischer Hinsicht die unvernünftigsten und verschwenderischsten sind, die wir uns nur denken können.
Krise als Vernichtung von Produkten und Produktivkräften
Wie in den vorangegangenen Krisen wurde auch in der bisherigen Krise 2007ff ein bedeutendes Quantum Arbeit vernichtet: Waren, die Menschen mühsam erarbeiteten, blieben liegen, verdarben, verrosteten, veralterten oder wurden bewusst zerstört, weil sie nicht absetzbar waren. Gleiches passierte mit den Produktionsanlagen und Gebäuden, die stillgelegt wurden, weil der Absatz stockte. Auch hier ging Arbeit unter, die dort enthalten war. Aber nicht nur das Erarbeitete ging verloren, durch Massenentlassungen verloren die Menschen ihre produktiven Wirkungsmöglichkeiten. Lebendige Arbeit wurde also ebenfalls vernichtet.

In der Krise wurden also Produkte und große Teile der sachlichen und menschlichen Produktivkräfte zerstört bzw. außer Funktion gesetzt.
Die Krise versetzt die Gesellschaft in einen „Zustand momentaner Barbarei“

Aber diese Zerstörung ging mit dem Widersinn einher, dass es den Menschen nicht nur an vielen nötigen Dingen fehlte, sondern dass sie in der Krise durch Kurzarbeit, Entlassungen, Lohnkürzungen etc. zusätzliche Entbehrungen auf sich nehmen mussten. Auf der einen Seite türmten sich die unverkäuflichen Waren, standen Fabriken und Büros leer, auf der anderen Seite wuchs die Not, weil man sich die Waren nicht leisten konnte.

Die jetzige Krise wiederholt nur die Katastrophen früherer: „Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner Barbarei zurückversetzt“, wie Marx und Engels die Folgen der periodischen Krisen allgemein charakterisierten.
Zur Zuspitzung des Widerspruchs von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen in der Krise

Dass die Krise durch einen kapitalistischen Mechanismus notwendig hervorgetrieben wird, wodurch die Vernichtung von Waren und Produktivkräften eine Periodizität erhält, bildete ein weiteres Kennzeichen der Krise.

In dem Ausmaß der Vernichtung zeigt sich, wie sehr die materiellen Produktivkräfte in Widerspruch mit den kapitalistischen Eigentumsverhältnissen geraten sind. Waren diese in einer früheren Phase der kapitalistischen Epoche noch eine notwendige Form der Entwicklung der Produktivkräfte, so sind sie inzwischen in Fesseln für die Reichtumsproduktion umgeschlagen. Marx sah darin den Beginn einer „Periode sozialer Revolutionen.“[1]

Nun spitzen sich gerade in der Krise alle Widersprüche und Gegensätze der kapitalistischen Produktion zu. Es folgt die Vernichtung von Waren und Produktivkräften. Es ist die Zeit, in der die Empörung der modernen Produktivkräfte gegen die Eigentumsverhältnisse ihre schärfste Form annimmt. Revolutionäre Möglichkeiten eröffnen sich. In der anschließenden Prosperität erhalten die Produktivkräfte neue Entfaltungsmöglichkeiten. Die Möglichkeit einer Revolution tritt in den Hintergrund.

Marx und Engels hoben den revolutionstheoretischen Aspekt der periodischen Krise häufig hervor. „Bei dieser allgemeinen Prosperität, worin die Produktivkräfte der bürgerlichen Gesellschaft sich so üppig entwickeln“, schrieben sie inmitten des Wirtschaftsaufschwungs von 1850, „kann von einer wirklichen Revolution keine Rede sein. Eine solche Revolution ist nur in den Perioden möglich, wo diese beiden Faktoren, die modernen Produktivkräfte und die bürgerlichen Produktionsformen, miteinander in Widerspruch geraten. (…) Eine neue Revolution ist nur möglich im Gefolge einer neuen Krisis. Sie ist aber auch ebenso sicher wie diese.“[2]
Zur Möglichkeit der Revolution in der Niedergangsperiode des Kapitals

Nun zeigte sich, dass zwischen den Phasen konjunktureller Erholung und Prosperität einerseits sowie Krise und Rückgang andererseits eine Asymmetrie besteht. Unsere These war, dass mit der großen Krise 2007ff eine Niedergangsperiode des Kapitals eingeleitet wird, mit der Folge, dass die künftigen Phasen konjunktureller Prosperität schwächer und die Phasen von Krise und Rückgang stärker ausfallen werden. Die Widersprüche und Gegensätze der kapitalistischen Welt müssen deshalb insgesamt stärker hervortreten, ebenso die Klassengegensätze.

Die Produktivkräfte werden künftig in einen schärferen Widerspruch zu den kapitalistischen Eigentumsverhältnissen geraten. Je tiefer und umfassender die Krise, desto mehr Bedürfnisse bleiben unerfüllt und desto größer das Bedürfnis, die blockierenden Eigentumsverhältnisse wegzuräumen. Es entstehen radikale Bedürfnisse. ArbeiterInnen und Erwerbslose müssen sich die sachlichen Produktivkräfte nicht nur aneignen, um ihre Lohnknechtschaft abzuschaffen, sondern au
ch, um ihre persönliche Existenz sicher zu stellen.

Die Empörung der subjektiven Produktivkräfte in Gestalt der lohnabhängigen Klasse wird schärfer ausfallen. Diese wird gezwungen, revolutionär zu sein, weil die überlebten bürgerlichen Einrichtungen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse verhindern. Die Beseitigung dieser Schranken ist ihre historische Aufgabe. Packt sie das nicht an, sondern folgt sie den Parolen rechter Rattenfänger, droht eine große Katastrophe.
b) Märkte schließen: Güterproduktion statt Warenproduktion
Zu den Verantwortlichen der Krise
Die Krise brachte noch ein weiteres Merkmal hervor. Niemand scheint so recht verantwortlich für die geschaffene Not der Menschen und für die gigantische Vernichtung von Werten gewesen zu sein. Weder Regierungen oder Notenbanken noch die Konzernlenker standen auf der Anklagebank. Die wenigen Schuldigen, die man in den Reihen der Banken zu finden glaubte, erwiesen sich als Mitläufer eines automatisch wirkenden Zusammenhangs, den niemand organisiert hatte, der blind wirkte und alle erschaudern ließ, als die Krise ihre größten Erschütterungen zeigte.

In der Überproduktionskrise entpuppten sich die Produkte, die doch eigentlich für den Menschen gemacht werden, als eine fremde, ihn beherrschende Macht. Es waren zu viele Waren da und das Zuviel ließ die Produktion stocken, machte Menschen erwerbslos, ließ die Hauspreise purzeln, machte den Schuldendienst unbezahlbar. Das Zuviel an Häusern verjagte durch Zwangsversteigerungen die Menschen aus ihren Häusern, sodass das Zuviel noch größer wurde. Im Sommer/Herbst 2008 wiesen sämtliche Wirtschaftszweige eine Überproduktion auf. Das Zuviel an Waren versperrte nun allgemein den Zugang zur Arbeit, sodass Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit um sich griffen. Geplatzte Kredite erschütterten Banken und die massiven Staatsinterventionen ruinierten die Staatsfinanzen. Die Menschen stolperten über ihre eigenen Produkte. Statt sie zu genießen, riefen die Produkte Not und Entbehrung hervor.

Die große Krise zeigte, wie sehr die Menschen von den Resultaten ihrer eigenen Arbeit entfremdet sind. Und das ist keineswegs eine Besonderheit der jetzigen Krise. Bereits Marx beobachtete Gleiches für seine Zeit.[3]
Die Ware als kommerzielle Keimform der Zerstörung

Dass es wie in Goethes Zauberlehrling zu einer solchen Verkehrung von Subjekt und Produkt kommt, dass die einfachen Resultate der Arbeit solch einen mysteriösen Charakter besitzen, liegt an der Art und Weise, wie sie vom Produzenten zum Verwender gelangen.

Bereits der kapitalistische Betrieb plant und organisiert die Verteilung und Bereitstellung der nötigen Produktionsvoraussetzung. Er bringt auf den verschiedenen Fertigungsstufen eine Großzahl von Produkten zusammen, die miteinander verbunden werden, um das Fertigprodukt, z. B. ein Auto, zu erstellen. Hier herrscht ein planmäßig geregelter Gesamtzusammenhang. Warum geschehen vergleichbar einfache Organisations- und Planungsprozesse nicht auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene?

Im Gegensatz zum Betrieb ist die gesellschaftliche Teilung der Arbeit durch den Kauf und Verkauf von kapitalistisch produzierten Waren vermittelt. Dadurch erst wird die Sache kompliziert.

Im Unterschied zum bloßen Produkt, das unmittelbar bereitgestellt werden kann und deshalb keinen Preis hat, muss die Ware durch einen Austausch (Verkauf und Kauf) übertragen werden. Hierdurch erhalten die Produkte ihren mysteriösen Charakter. Erst wenn die Produkte als Waren produziert werden, also auf „anonymen Märkten“ getauscht werden, können sie als eine fremde Macht auftreten. Für die Menschen besitzt dann ihre „eigene gesellschaftliche Bewegung“, wie Marx es im Fetischkapitel des ersten Bandes des Kapitals ganz exakt formulierte „die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, statt sie zu kontrollieren.“[4]

Das gigantische Vernichtungswerk, das die gegenwärtige Krise vor unseren Augen vollzieht, ist also schon als Möglichkeit in der Form der Ware enthalten. Und diese Warenform schließt die Existenz des Geldes und die der Märkte als ihre äußere Bewegungsform ein, auf denen sich die Warenmetamorphose notwendigerweise vollziehen muss.

Es ist die von den Liberalen hochgelobte unsichtbare Hand der Märkte, die in der Krise den Menschen besonders zum Verhängnis wird. Die Menschen sind Opfer eines Marktzusammenhangs, worin die Produkte ihrer Arbeit sie beherrschen.

Krisen lassen sich nur vermeiden, wenn man die tief liegenden Wurzeln herauszieht. Und das bedeutet nichts anderes als die Beseitigung der Warenform, worin die Beseitigung des Geldes und der Märkte enthalten ist.[5] Eine Manipulation des Geldes oder Staatsinterventionen verhindern keine Krise; diese wird bestenfalls hinausgeschoben, zeitlich verlängert, um ihr die Tiefe zu nehmen. Solche Eingriffe sind stets versucht worden, solange es Krisen gibt, und sie haben die Krisen bis heute nicht verhindern können.
Die güterwirtschaftliche Gemeinschaft ohne Markt und Geld
Ware und Geld sind die tieferen Wurzeln des Kapitals. Reißt man sie heraus, dann verliert der Kapitalismus seine Voraussetzungen. Das Wertgesetz, das als Voraussetzung die Warenform und mit ihr die Geldform hat, hört in einer wirklichen sozialistischen Gemeinschaft auf zu existieren. An die Stelle der Warenproduktion tritt die bewusst organisierte gemeinschaftliche Produktion von Gütern.

Ein solcher „Verein freier Menschen“ würde mit gemeinschaftlichen Produktionsmitteln arbeiten. Die Arbeit wäre keine Lohnarbeit mehr. Sie wäre nicht länger zersplittert in eine große Zahl selbständiger und voneinander unabhängiger kapitalistischer Unternehmungen, durch deren Zusammenwirken das zerstörerische Werk der Krise entsteht. An deren Stellen träten die von vornherein assoziierten Produzenten, die ihre Arbeit gemeinschaftlich planen, und die nicht länger unter den Gesetzen der Märkte stehen. Da alle Arbeitsfähigen arbeiten – es besteht eine allgemeine Arbeitspflicht[6] – würden die Interessengegensätze verschwinden, die durch die Aufsplitterung der Menschen in ArbeiterInnen und NichtarbeiterInnen entstanden waren.
Zu den Voraussetzungen des Sozialismus

Diese neue Gesellschaft ist kein Hirngespinst, nicht irgendein Dogma, das irgendwann ausgedacht und seither die Menschen magisch anzieht; ihre Elemente entwickeln sich zusammen mit der bürgerlichen Gesellschaft. Jede wirkliche Fortentwicklung hier verbessert die materiellen Voraussetzungen für die gesellschaftliche Alternative. Marx drückte dies so aus, dass die ArbeiterInnenklasse „keine Ideale zu verwirklichen (habe); sie hat
nur die Elemente der neuen Gesellschaft in Freiheit zu setzen, die sich bereits im Schoße der zusammenbrechenden Bourgeoisiegesellschaft entwickelt haben.“[7] Marx bezog dies auf die Pariser Commune, die während einer schweren politisch-militärischen Krise als „ruhmvoller Vorbote einer neuen Gesellschaft“ (Marx) entstand, und die nach wenigen Wochen durch eine gemeinschaftliche Aktion der siegreichen preußischen Armee und der militärisch besiegten französischen Armee im Blut ertränkt wurde.

War die Pariser Commune nur ein kurzes Intermezzo, und blieb sie dazu auf Paris beschränkt, so hatten die späteren Emanzipationsversuche bereits nationale, teilweise fast schon kontinentale Dimensionen. Diese im historischen Trend größer und mächtiger werdenden Befreiungsversuche sind nichts anderes als das immer heftigere Anklopfen der noch im bürgerlichen Schoß steckenden, aber mehr und mehr entwickelten neuen Gesellschaft.
Bourgeoissozialismus und Staatssozialismus

Sowohl der inzwischen verschwundene Staatssozialismus als auch die dem Kern nach bürgerlichen Konzepte des sozialdemokratischen Sozialismus (u. a. die Partei Die Linke) zeigen, dass nicht alles eine wirklich umfassende Alternative zur kapitalistischen Krisenökonomie ist, was sich Sozialismus nennt. Es ist die herrschende Klasse selbst, die in der Geschichte vor allem in kritischen Zeiten die Tarnkappe des Sozialismus aufsetzte, um die breite Masse der Bevölkerung zu täuschen.[8]

Der Staatssozialismus blieb in der bürgerlichen Welt stecken, was sich darin zeigte, dass Ware-Geld-Beziehungen, Lohnformen, Staat und dergleichen fortexistierten. Die Arbeit blieb in gewisser Weise entfremdete Erwerbsarbeit. Der unmittelbaren Aneignung der Produktivkräfte stand das Staatseigentum an den Produktionsmitteln entgegen. Weit entfernt, die Arbeitsweise selbst zu revolutionieren, hielt der Staatssozialismus an der bürgerlichen Art der Arbeitsteilung und den darin enthaltenen Gegensatz von Kopf- und Handarbeit fest. Er reduzierte sich auf einen Verteilungssozialismus, der aber nicht nur die Einkommen, sondern darüber hinaus auch die Produktionsmittel ergriff, diese in Staatseigentum verwandelte.

[1] Marx, Vorwort zur Kritik der Politischen Ökonomie, MEW 13, S. 9
[2] Marx/Engels, Revue 1850, MEW 7, S. 440
[3] „Der Gegenstand, den die Arbeit produziert, ihr Produkt, tritt ihr als ein fremdes Wesen, als eine von dem Produzenten unabhängige Macht gegenüber.“ Im „nationalökonomischen Zustand“, also in der kapitalistischen Ökonomie, fährt Marx fort, erscheint die „Vergegenständlichung (gemeint ist die Arbeit, die sich im Akt der Produktion mit dem Gegenstand verbindet, sachlich wird) als Verlust und Knechtschaft des Gegenstandes. … In der Bestimmung, dass der Arbeiter zum Produkt seiner Arbeit als einem fremden Gegenstand sich verhält, liegen alle diese Konsequenzen, “ d. h. die weiteren Ebenen der entfremdeten Arbeit. (Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte von 1844, MEW Ergänzungsband I, S. 511f)
[4] Marx, Kapital 1, MEW 23, S. 89
[5] Die Warenform der Arbeitsprodukte ist, wie Marx herausfand, „die abstrakteste, aber auch allgemeinste Form der bürgerlichen Produktionsweise“, deren Weiterentwicklungen Geld- und Kapitalform sind. Marx, Kapital I, MEW 23, S. 95
[6] Es wird dann nicht mehr den „Müßiggang“ der Kapitalbesitzer und der Reichen geben
[7] Marx, Klassenkämpfe in Frankreich, MEW 17, S. 343
[8] Vergleiche etwa das Ahlener Programm der CDU von 1947, in dem es u. a. heißt: „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr als das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein…. Die neue Struktur der deutschen Wirtschaft muss davon ausgehen, dass die Zeit der unumschränkten Herrschaft des privaten Kapitalismus vorbei ist.“ http://www.kas.de/upload/themen/programmatik_der_cdu/programme/1947_Ahlener-Programm.pdf

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